hallo meine lieben,
letzte woche war ich gar nicht im internet, weil wir einen ausflug gemacht haben. es war das wochenende des fliegenden teppichs.
erst hatten wir vor, zu wandern, aber die beiden lehrer, die uns begleiteten, ueberredeten uns, mit dem truck der schule zu reisen. der fahrer stand gegen geringes entgeld fuer uns zur verfuegung. wir hatten die ladeflaeche fuer uns. zwei matratzen machen einen grossen unterschied zu der ueblichen harten ladeflaeche. frueh um halb sechs geht es los. in der ersten stadt tanken wir, verpflegen konnen wir uns hier nicht, alles ist noch geschlossen. in der naechsten stadt gibt es leckeres gebaeck und so koenen wir bald auch noch fruehstuecken. und nebenbei rauscht die afrikanische landschaft an uns vorbei. wir koennen quatschen, schlafen, gucken und afrika ist da.
wir reisen nach maamba ins tiefland. hier ist es noch heisser. wir sehen baobab baeume, gross und dick und wunderschoen. spaeter erreichen wir den karibastausee. am anderen ufer, hinter dem horizont ist simbabwe. aber der see ist zu gross, 50 mal 200 kilometer gross. wir sehen nur einen kleinen teil. nahe dem ufer steht noch immer ein geisterwald aus baumgerippen, uebrig aus der zeit, da der see geflutet wurde, konserviert vom wasser. in in hundert millionen jahren mag es dort ein kleines erdoelfeld geben, oder kohle. am see gibt es eine touristenlodge, ohne gaeste aber mit bar und pool und gruenem gras. man kann in der haengematte haengen und manchmal kommt ein brauner fischadler vorbeigesegelt, so gross, wie ein stattlicher seeadler bei uns sein mag.
spaeter machen wir eine besichtigungstour in die nahe krokodilfarm, eine der groessten der welt. die jungen krokodile, vielleicht einen knappen meter lang, werden in grossen betongehegen gehalten, wahrlich in massen. sie stapeln sich dort und der gestank zeigt, dass es zu viele sind. ihr schicksal ist die schlachterei, das kuehlhaus, der weltmarkt, das gourmetrestaurant. das fleisch soll exquisit sein. es bringt 10 euro das kilo. einige krokodile werden laenger gehalten. sie kommen in kleine stauseen, vielleicht einen hektar gross, sand am ufer, vegetation drumherum. etwa dreihundert tiere pro see. sie werden einmal in der woche gefuettert und wachsen lange. die fuetterung ist der hoehepunkt der tour. wir sitzen auf der bestuhlten ladeflaeche eines lkw und sehen die viecher aus naechster naehe fleischbrocken schlucken, vorher zweimal draufgebissen, damit die groebsten knochen etwas kleiner sind. die tiere sehen so urzeitlich aus. die groessten sind wohl an die fuenf meter lang. spaeter passieren wir noch eine ziegenzucht. ds ist wohl das krokodilfutter, jedenfalls werden keine touris verfuettert.
spaeter sind wir wieder in maamba und werden vom pfarrer, der unseren bischof kennt, zum abendbrot eingeaden. wir bekommen das leckerste nshima aller zeiten und es gibt tollen fisch dazu. am naechsten tag, auf der rueckreise lerne ich den mangel des fliegenden teppichs kennen: wenn die sonne scheint ist ein dach zu empfehlen. wir hatten keins und so waren wir nach ein paar stunden in der sonne trotz kuehlendem fahrtwind total erschoepft. auch die schlechten strassen erschoepfen. man kann sich nicht so zuruecklehnen und entspannen waerend der fahrt. man ist immer angespannt, muss die lage korigieren, aufpassen, dass man nicht irgendwo zu hart anstoesst.
auch in der woche ist es interessant, wir lernen viel, oft bleibt auch nur ein kopfschuetteln. die pruefung zur mitte des terms faellt aus, weil der kopierer kaputt ist. doch erstmal wird zwei wochen lang gesagt, vielleicht gehe es morgen los, weil jemand kommmen soll und das geraet reparieren muss. der mensch kommt nach drei tagen, reparieren kann er nichts, er nimmt das geraet mit nach choma, auch dort gibt es keine ersatzteile, inzwischen ist der kopierer in livingston und noch immer nicht repariert. man hoffte noch ein paar tage, dass es morgen losgehen koenne. in choma gibt es uebrigens copyshops, aber die examen dort zu vervielfaeltigen faellt einem ein. besonders tun mir die schueler leid, die nie gesagt bekommen, ob es pruefungen gibt, geschweige denn wann oder in welcher reihenfolge der faecher. ausserdem geben alle lehrer eine woche lang nur wiederholung alten stoffes in erwartung der pruefung.
ausserdem hat die schulleitung beschlossen, die gehaelter der leherer erst im november zu bezahlen. prima fuer die motivation, nicht?
lasst es euch gut gehen
Freitag, 26. Oktober 2007
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